Als Landschaftsfotograf setze ich schon lange das Canon EF-S 10-22mm Weitwinkel ein. Nach der Umstellung auf meine 20 bzw. 24 Megapixel Canon APS-C Kamera, habe ich gemerkt, dass die Bildqualität des Canon EF-S 10-22mm 3.5-4.5 USM nicht mehr meinen Ansprüchen genügt. Ich habe daher schon lange nach einer Alternative gesucht. Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit andere Weitwinkel für die Canon APS-C Kameras auszuprobieren. Da ich im Netz für das Tamron  F3.5-4.5 Di II VC HLD kein Vergleichstest zum Canon EF-S 10-22 mm 3.5-4.5 USM gefunden habe, möchte ich in diesem Artikel meine Erfahrung mit euch teilen. Ich hatte außerdem die Möglichkeit das teure Canon EF 11-24mm f/4L USM an der Canon EOS 80D zu testen.

 

Vergleich Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM gegen Tamron 10-24mm f/3.5-4.5 Di II VC HLD

 

Das Canon EF-S 10-22mm wurde im November 2004 auf den Markt gebracht und das Tamron 10-24mm erst im März 2017. Die Optik Entwicklung vom Canon ist also ca. 12 Jahre älter, was bei der Kameratechnik einen riesiger Unterschied ausmacht. Ich war also sehr gespannt, wie sich das neue Tamron Weitwinkel gegen das schon in die Jahre gekommen Canon Objektiv schlagen wird.

Wenn man sich die technischen Daten ansieht (Vergleichstabelle am Ende des Artikels), dann sollte das Tamron dem Canon Objektiv überlegen sein. Das Canon EF-S 10-22mm hat nur 6 Blendenlamellen, damit kann man bei Gegenlichtaufnahmen einen Strahlenstern mit 6 Strahlen bekommen. Das Tamron 10-24mm hat hingegen eine Blende mit 7 Lamellen. Damit wird nicht nur das Bokeh nicht nur besser, sondern auch der Strahlenstern bei Gegenlichtaufnahmen. Durch die ungerade Anzahl der Blendenlamellen wird die Stahlenanzahl verdoppelt. Mit dem Tamron kann man bei Gegenlichtaufnahmen einen Stahlenstern mit 14 Strahlen erzeugen, was natürlich wesentlich schöner aussieht, als das vom Canon mit 6 Strahlen. Das Tamron Objektiv enthält außerdem einen Bildstabilisator. Ansonsten sind die Objektive bezüglich Abmessungen, Gewicht und Preis ziemlich ähnlich. Da Objektive von Fremdherstellern normalerweise günstiger sind, als die Originale von Canon, konnte ich mir der höheren Preis beim Tamron Objektiv nur durch eine deutlich bessere Qualität erklären. Der folgende Vergleich wird es zeigen.

 

Alle folgenden Fotos wurde ohne eine Korrektur entwickelt.

 

Schärfe in der Bildmitte und am Bildrand bei Blende f/8

 

Vergleich Bildmitte Brennweite 10mm (Maus über dem Bild schaltet zum anderen Objektiv)

 

Vergleich Bildrand Brennweite 10mm (Maus über dem Bild schaltet zum anderen Objektiv)

 

 

Auflösung in der Bildmitte und am Bildrand bei Blende f/16

 

Vergleich Bildvordergrund Brennweite 20mm (Maus über dem Bild schaltet zum anderen Objektiv)

 

Vergleich Bildhintergrund Brennweite 20mm (Maus über dem Bild schaltet zum anderen Objektiv)

 

Fazit:

Dies ist zwar kein sehr ausführlicher Bericht, da ich mir weitere Blenden / Brennweiten Kombinationen zu Veröffentlichen ausgespart habe, aber man kann an den Beispielfoto schon erkennen, dass es keinen gravierenden Unterschied zwischen den Objektiven gibt.

Nach meinem Eindruck verzerrt das Tamron das Bild etwas mehr als das Canon, dafür hat es weniger Randabdunkelungen. Die Auflösung und Farbfehler scheinen auf einem ähnlichen Niveau zu liegen. Für das Tamron Objektiv spricht der etwas höhere Kontrast, der Bildstabilisator, den ich im Test aber nicht ausprobiert habe, der minimal größere Zoombereich, der Staubschutz und die 7 Blendenlamellen. Für das Canon spricht die Kompatibilität zur Kamera (Autofokusfunktion), der etwas niedrigere Preis, das Gewicht und die hochwertigere Haptik. Außerdem lässt sich nur mit dem Canon Objektiv die Objektivkorrektur in der Kamera nutzen. Fotografen, die nur mit JPEG's aus der Kamera arbeitet haben hier einen deutlichen Vorteil. Der Autofocus vom Canon Objektiv ist deutlich leisen und daher für die Videografie mit Ton besser geeignet. Noch besser zum Filmen ist aber das Canon EF-S 10-18mm f/4.5-5.6 IS STM mit dem flüsterleisen STM Antrieb.

Eine Empfehlung würde ich hier nicht aussprechen, da jeder selber wissen muss, was Ihm wichtiger ist und der Test dazu auch nicht ausführlich genug war. Perfekt sind jedenfalls beide nicht.

 

 

Vergleich Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM gegen das teure Canon EF 11-24mm f/4L USM

Ich wollte man wissen, was man aus einem 24 Megapixel APS-C Sensor der Canon EOS 80D herausholen kann, daher habe ich den Vergleich mit dem aktuellen Canon Superweitwinkel EF 11-24mm f/4L USM gewagt. Zugegeben das Canon EF 11-24mm f/4L USM ist sechsmal so teuer wie das Canon EF-S 10-22mm f/3.5-4.5 USM. Die Kombination Canon EOS 80D mit APS-C Sensor und dem Canon EF 11-24mm f/4L USM ist damit ca. 1000 EUR teuer, wie eine ähnliche Kombination aus Canon EOS 6D Mark II mit Vollformatsensor und dem Canon EF 16-35mm f/4L IS USM. Ich glaube es würde daher kaum jemand die getestete Kombination kaufen. Ich möchte nur zeigen wie groß der Unterschied zur Luxusserie ist (siehe Detailbild).

Hier das Vergleichsfoto (Maus über dem Bild schaltet zum anderen Objektiv)

 

 

Hier der Turm als Detail im Vergleich (Maus über dem Bild schaltet zum anderen Objektiv)

Wie man schön sehen kann hat das Canon EF 11-24mm f/4L USM einen deutlich höhere Auflösung und Schärfe, was zu erwarten war. Ob man wirklich den hohen Preis für Kombination an einer APS-C Kamera bezahlen möchte, wage ich zu bezweifeln.

 

 

Vergleichstabelle

 Hersteller  Canon  Tamron  Canon
 Bezeichnung  EF-S 10-22 mm f/3.5-4.5 USM  10-24mm F/3.5-4.5 Di II VC HLD  EF 11-24mm f/4L USM
 Markteinführung  November 2004  März 2017  Februar 2015
 Brennweitenbereich  10 bis 22mm  10 bis 22mm  11 bis 24mm
 Lichtstärke  F3,5 bis F4,5  F3,5 bis F4,5  F4
 Bildstabilisator  Nein  Ja  Nein
 Anzahl Blendenlamellen  6  7  9
 Bajonett  Canon EF-S (für APS-C Sensor)  Canon EF (für APS-C Sensor entwickelt)  Canon EF (für APS-C und Vollformat)
 Linsensystem  13 Linsen in 10 Gruppen
inkl. asphärische Linsen
 16 Linsen in 11 Gruppen
inkl. ED und asphärische Linsen 
16 Linsen in 11 Gruppen (4 Asph. Linsen, 1 Super UD, 1 UD)
 Fokusierung  USM Autofocus mit Innenfocusierung  HLD Autofocus  Ring-USM Autofocus mit Innenfocusierung
 Wasser-/Staubschutz  Nein  Ja  Ja
 Naheinstellgrenze  24cm  24cm  24cm
 Filtergewinde  77mm  77mm  Nicht vorhanden, Spezial Filter nur an der rückseitigen Linse möglich
 Abmessungen (Ø x Länge)  83mm x 89 mm  83.6mm x 84.6mm  108mm x 132mm
 Gewicht  385 g  440 g  1180g
 Gegenlichtblende  Canon EW-83 E, nicht im Lieferumfang enthalten  Im Lieferumfang enthalten  Integriert
 Preis  ca. 500 EUR  ca. 570 EUR  ca. 2850 EUR

Empfehlungen für eine Bildkomposition

Die Bildkomposition ist mit einer der wichtigsten Faktoren, damit ein Foto  perfekt wird und der Leser lange im Bild verweilt und es schön findet. Leider kümmern sich die meisten Schnappschussfotografen nicht um eine Bildkomposition bzw. haben überhaupt keine Ahnung davon. Durch die Handy-Fotografie wird das Internet regelrecht überschwemmt mit schlechten Fotos, weil viele ohne groß nachzudenken drauf drückten und Ihre Schnappschüsse veröffentlichen.

Ich möchte hiermit jedem Hobbyfotografie die Möglichkeit bieten Foto-Kunstwerke zu erstellen. Auch ich habe mich erst seit wenigen Jahren tiefer mit der Bildkomposition beschäftigt und meine fotografischen Ergebnisse damit drastisch verbessern können. Die Bücher von David DuChemins haben mir dabei sehr geholfen, daher möchte ich hier noch mal das aktuelle Buch weiterempfehlen. Den Link dazu finden Sie am Ende des Artikels. Wer nicht ganz so viel Geld ausgeben möchte, findet oft in Fotomagazinen wie z.B. Digitale Fotografie auch Tipps zur Bildkomposition für Landschaftsaufnahmen.

Bitte bedenken Sie, dass Sie bei einer Fotopräsentation immer am schlechtesten Bild beurteilt werden und nicht am besten. Erstellen Sie daher Foto mit einer Bildkomposition und suchen dann noch die besten Foto für der Vorstellung heraus. Weniger Fotos die besser sind bringen mehr Aufmerksamkeit, als viele die nur mittelmäßig sind!

 

Die Bildkomposition

Wenn Sie eine Bildkomposition durchführen möchten, dann müssen Sie die Objekte (Steine, Berge, Hügel usw.) im Bild richtig anordnen. Da die meisten Objekt bei der Landschaftsfotografie nicht bewegbar sind, müssen Sie Ihre Komforzone verlassen und sich mit der Kamera nach links, rechts, oben, unten, vor oder zurück bewegen, bis die Objekte im Sucher oder Display an der richtigen Stelle erscheinen. Die wenigsten guten Aufnahmen werden im Stehen auf Augenhöhe durchgeführt.
Für eine gute Bildkomposition spricht nichts dagegen tragbare Objekte wie z.B. einen Ast, ein kleiner Baumstamm, Seetang usw. an die gewünschten Ort zu legen, damit Sie im Bild an der richtigen Stelle erscheinen. Das ist keine Manipulation der Szene, auch Profifotografen machen das schon mal!

 

Horizont

Die einfachste Art Ihre Bildkomposition schon etwas zu verbessern, ist die richtige Ausrichtung der Kamera zum Objekt. Ein Horizont an der See muss auch absolut horizontal im Bild sein. Objekte die im Normalfall senkrecht oder waagerecht sind sollten bei der Fotoerstellung auch so exakt wie möglich in dieser Position fotografiert werden. Moderne Kamera bieten dazu oft eine elektronische Wasserwaage an. Bei älteren Kamera kann über den Blitzschuh auch eine kleine Wasserwaage nachrüsten. Je genauer Sie die Ausrichtung vornehmen, um so genauer kann auch Ihre Bildkomposition ausfallen.
Spätestens bei der RAW Entwicklung sollten Sie jedes Foto so gut wie möglich ausrichten. Um so genauer Sie die Kamera bei der Erstellung ausgerichtet haben, um so geringer muss später der Beschnitt werden.  Bei einer Fotobetrachtung auf einem großen Fernseher fällt eine Abweichung von 1-2° deutlich auf und verschlechtert den Eindruck.
Nutzen Sie Stativ und Wasserwaage für die exakte Ausrichtung. Besonders bei Panoramaaufnahmen vom Stativ müssen Sie auf eine sehr exakte Ausrichtung der Drehachse achten, damit das ganze Panorama nicht schief wird und Sie es für die Horizontbegradigung stark beschneiden müssen.

 

 

Räumliche Ebenen

Viele Anfänger, haben es bestimmt schon Erlebt, dass Sie an einen tollen Ort waren, dort auch Foto gemacht haben und zu hause ernüchtert waren, weil das Foto gar nicht das wiedergibt, was Sie erlebt haben. Das gesehene ist dreidimensional und das Foto ist zweidimensional. Um dem Leser diesen Eindruck zu vermitteln, benötigt das Bild einen Vordergrund, einem Mittelteil und einen Hintergrund. Die meisten vergessen schlicht den wichtigen Vordergrund mit ins Bild zu nehmen. Bei dem folgenden Foto ist der Vordergrund, Mittelteil und Hintergrund schön durch die unterschiedlichen Farben zu erkennen. Alle drei Bereiche nehmen ca. 1/3 der Bildhöhe ein. Achten Sie daran, dass Ihr Foto einen Vordergrund, Mittelbereich und Hintergrund hat.

 

 

Die Drittelregel

Es wurde festgestellt, dass eine bestimmte Anordnung der Objekte im Bild den meisten Menschen besser gefällt. Über den goldenen Schnitt wurde die Drittelregel abgeleitet, mit der Sie dem Bild mehr Ruhe verleihen können. Bei der Drittelregel wird das Bild in neun gleich große Rechtecke unterteilt. Es entstehen dabei zwei horizontale und zwei vertikale Linien.

Wenn Sie viel von der Landschaft zeigen wollen und Sie keinen interessanten Himmel haben, dann setzen Sie den Horizont auf die obere horizontale Linie.

Sollten Sie einen sehr interessanten Himmel haben und der Vordergrund nicht so spannend sein, dann können Sie auch den Horizont auf die untere horizontale Linie setzen. Mit dieser Anordnung betonen Sie den Hintergrund.

 

Versuchen Sie jetzt noch das Hauptmotiv auf einem Knotenpunkt zu setzen oder zumindest auf eine der vertikalen Linien. Das setzen der Objekte auf die Knotenpunkte erzeugt eine dynamische Bildkomposition, als die Anordnung im der Bildmitte.
Eine sehr schöne Bildkomposition entsteht, wenn Sie auf dem linken unteren Knotenpunkt ein Vordergrundmotiv setzen und auf dem rechten oberen Knotenpunkt ein Hintergrundmotiv. Umgekehrt rechts unten und links oben die Objekte hinsetzen geht auch. Bei dem folgenden Beispiel wurden die Gänseblümchen als Vordergrundobjekt ausgewählt und die Windmühle als Hintergrundobjekt. Zusätzlich führt uns der Weg vom rechts unten ins Bild hinein.

 

Viele aktuelle Kameras können die Linien für die Drittelregel im Display und / oder Sucher einblenden. Nutzen Sie diese Möglichkeit für eine perfekte Ausrichtung.

 

Vordergrund

Ein wirkungsvoller Weg tiefe ins Bild zu bekommen, ist die Anordnung von einem starken Vordergrund auf den vorderen Bildbereich durch eine tiefe Anordnung der Kamera. Das obere Foto zeigt deutlich, das man die kleinen Blumen durch die Froschperspektive schön ins Szene setzen kann und dem Lesen ein Gefühl von Distanz und Größe gibt. Insbesondere mit einen extremen Weitwinkel funktioniert das sehr gut, Suchen Sie sich einen geeigneten Vordergrund und fotografieren Sie aus einer niedrigen Perspektive.

 

 

Führungslinien

Führungslinien eignen sich sehr gut dem Bild tiefe zu verleihen. Gerade Führungslinien können Dynamik ausstrahlen und eine große Wirkung erzielen. Es besteht aber die Gefahr, dass die Augen den Linien folgen und aus dem Bild geführt werden. Es ist also gut Objekte wie Bäume, Häuser und ähnliches zur Begrenzung ins Bild einzubauen. Bei dem nächsten Beispiel ist der Betonweg zum Dockland die Führungslinie und das Dockland der Abschluss.

Bei dem nächsten Beispiel ist die gebogene Treppe die Führungslinie ins Bild und das Gebäude bildet den Abschluss

Führungslinien können auch aus einzelnen Objekten, die in einer Reihe sind bestehen oder auch Objekte die in Bezug zueinander haben.
Achten Sie darauf, dass vorhandene Führungslinien den Leser ins Bild hineinführen und dort verweilen lassen.
 

 

Ebenen

Eine weitere Möglichkeit dem Bild tiefe bietet der Schichten-Effekt. Die Schichten können z.B. durch Nebel oder seitlich einfallendes Licht entstehen. Auch durch Bergketten wie auf dem folgenden Bild dargestellt ist dies möglich.

 

 

 

Brechen Sie die Regeln!

Nicht zu jedem Motiv gibt es die passende Regel, daher sollten Sie nicht alle Bilder nach der Drittelregel gestalten. Motive wie Spiegelungen auf einem Wasser benötigen Platz im Bild, daher wird oft der Horizont dann in die Mitte gesetzt. Man könnte sagen es gibt dann eine Symmetrieregel für z.B. Spiegelungen, Kegelförmige Objekte wie Berge, Vulkane usw. Brechen Sie daher auch mal die Regel und hören Sie auf Ihr Gefühl.

Bei dem folgenden Beispiel wurde die Regel, dass ein Landschaftsfoto vom Vordergrund bis zum Hintergrund scharf sein muss mit Absicht gebrochen. Der Vordergrund wird damit betont und der Hintergrund ist immer noch ausreichend scharf um ihn zu erkennen.

 

 

Natürliche Rahmen

Ein schönes Kompositionsmittel ist das Einbeziehen von Bildobjekten als natürlichen Rahmen. Der Rahmen dient dazu dem Leser in die Szene hinein zu ziehen.

 

 

Maßstab

Bei einigen Fotos kann der Leser die Abmessungen nicht abschätzen, da uns ein Größenbezug fehlt. Achten Sie darauf, dass die Dimensionen zu erkennen sind. Falls notwendig sind Objekt, die wir von den Abmessungen kennen wie z.B. Menschen, Auto usw. im Bild anzuordnen. In dem folgenden Beispiel kann man die Dimensionen ohne die Wanderer nicht gut erkennen. Die Wanderer sind daher ein wichtiger Bestandteil des Bildes.

 

 

Blickwinkel

Für das perfekte Bild ist der richtige Blickwinkel entscheidend. Experimentieren Sie daher mit unterschiedlichen Blickwinkeln. Wie man an den folgenden drei Beispielbildern erkennen kann, machen manchmal schon wenige Meter Standortverschiebung einen deutlichen Unterschied.

 

 

 

 

 

Bücher zum Thema Bildkomposition

Auf dem Büchermarkt gibt es hunderte von Bücher, die sich mit der Kameratechnik auseinander setzen, aber es gibt nur wenige die auf das Thema Bildkomposition eingehen. Ich möchte Ihnen daher ein Buch empfehlen, dass sich ausführlich mit der Gestaltung von Foto auseinander setzt. Meiner Meinung nach ist das Buch etwas langatmig geschrieben, aber dennoch einer der wenigen in deutsch geschriebenen Bücher die sich sehr gut zum Erlernen der Bildkomposition zum zum Finden von Motiven eignet. Es richtet sich an  ambitionierte Fotografen bzw. Hobbyfotografen (auch ohne Vorwissen).

Titel: Sehen und Gestalten
Autor: David DuChemin
Dpunkt Verlag
ISBN 978-3-86490-128-7

Preis: 39,90 EUR

Das Buch vereint die wichtigsten Kapitel aus David DuChemins Bestsellern "Auf der Suche nach dem Motiv" und "Sprechende Bilder".

 

 

Youtube Video

Das Youtube Video Photographing "The World Free Lesson 1" mit  Elia Locardi ist zwar in englisch, zeigt aber ab Minute 4, schön wie wichtig der richtige Standort und die Bildkomposition ist.


 Zurück zu Das perfekte Foto

Bei einer Landschaftsaufnahme versucht man immer die Schärfe so einzustellen, dass das Foto vom Vordergrund bis zum Hintergrund gestochen scharf ist. Anfänger machen oft den Fehler, dass Sie im Vollautomatikmodus fotografieren. In der Vollautomatik können Sie den Autofokus nicht beeinflussen. In dem Modus nimmt die Kamera beim Fokussieren immer den vordersten Punkt im Messbereich. Wenn Sie Pech haben ist der Vordergrund scharf und der Hintergrund unscharf. Die Vollautomatik ist daher für eine perfekte Aufnahme ungeeignet!

 

Der richtige Autofokusmodus

Wenn Sie die DSLR oder spiegellose Systemkamera  auf Programmautomatik (P), Blendenautomatik (TV) oder Zeitautomatik (AV) stellen, dann können Sie den Autofokus beeinflussen. Bei vielen Kameras kann man den Autofokusmodus auf ein einzelnes AF-Messfelde oder AF-Messfeldgruppen umstellen. Da es sich bei Landschaftsaufnahmen fast immer um ein mehr oder weniger Stillleben handelt, stellen Sie den Autofokusmodus auf AF-Einzelmessfeld ein. Oft kann man dann noch einstellen, was die Kamera nach dem Schafstellen machen soll, also ob der Autofokus bis zum Fotoerstellen ständig nachstellen soll oder ob der Autofokus nach dem Scharfstellen abgeschaltet werden soll. Bei einem Stillleben reicht es aus, wenn der Autofokus nach dem Scharfstellen abgeschaltet wird (bei Canon wird es One-Shot-AF bezeichnet).

  • Kamera auf P, TV oder AV stellen
  • Autofokus auf AF-Einzelmessfeld stellen
  • Autofokus Modus auf "One-Shot-AF" stellen

 

Der richtige Fokuspunkt

Der richtige Fokuspunkt ist entscheidend für die perfekte Schärfentiefe. Wenn Sie mal mit einer Lupe herum gespielt haben, dann haben Sie schnell gemerkt, dass es nur einen Punkt gibt, an dem es perfekt scharf ist. Wenn das in der Fotografie auch so wäre, dann könnten wir nur eine Ebene perfekt scharf ablichten. Zum Glück ist das nicht ganz so, den vor und hinter dem Fokuspunkt gibt es auch einen ausreichend scharfen Bereich, der Schärfentiefe genannt wird.

Ziel ist es vom möglichst nahesten Punkt bis unendlich das Foto scharf zu bekommen.  Die Schärfentiefe hängt ab von der Sensorgröße (APS-C, Vollformat etc.), der eingestellten Brennweite und der eingestellten Blende. Bei einem Weitwinkel und einer üblichen Blende von z.B. f/8 haben Sie schon eine große Schärfentiefe. Wir wollen aber das perfekte Foto machen, daher wollen wir Berechnen auf welche Entfernung wir Scharfstellen müssen, um das perfekte Ergebnis zu bekommen.

 

Fall Fall 1 Fall 2 Fall 3
Fokus auf 0,6m 0,703m 2m
Darstellung
Beschreibung In diesen Fall ist der Fokusabstand kleiner als die Hyperfokaldistanz. Der Hintergrund ist daher ab ca. 4m bis unendlich unscharf (rot markiert). Diesen Fall sollten Sie bei einem Landschaftsfoto unbedingt vermeiden. In diesem Fall wurde der Fokusabstand exakt auf die Hyperfokaldistanz gesetzt. Mit diesem Fall erreichen Sie die maximal mögliche Schärfentiefe. Das Bild ist in diesem Fall von 0,352 Meter bis unendlich scharf. Wenn Sie Fall 1 und Fall 2 vergleichen, dann können Sie erkennen, dass nur eine kleine Unterschreitung der Hyperfokaldistanz einen großen Unschärfebereich im Hintergrund erzeugt. Damit dieser Fehler nicht eintritt, sollte man zur Hyperfokaldistanz noch einen Sicherheitsabstand addieren. Im Fall 3 wurde daher zur Hyperfokaldistanz ca. 1,5m hinzugefügt. Vom maximal möglichen Schärfentiefebereich gehen uns dabei lediglich ca. 0,18m verloren (magenta markiert), was zu vernachlässigen ist. Sie sollten daher bei Landschaftsaufnahmen immer versuchen Fall 3 umzusetzen, damit nicht ungewollt Fall 1 eintritt.

 

 

Mit Hilfe der Hyerfocal Distanz kann man berechnen auf welchen Abstand man scharf stellen muss, damit man von nahest möglichen Punkt bis unendlich das Foto scharf bekommt. Für die Berechnung gibt es kostenlose Apps, die einem das durchführen. Sie brachen dazu in der App nur die Kamera bzw. die Sensorgröße angeben, die eingestellt Brennweite und Blende.

 

Ich verwende zur Berechnung der Hyperfocal Distanz die Android App Hyperfocal Pro. Bei der App wird die Schärfentiefe (In-focus) grafisch, schön dargestellt, die App ist kostenlos und einfach zu bedienen.

In dem oben dargestellten Beispiel wurde in der APP die APS-C Kamera Canon EOS 80D, Brennweite 10mm und Blende 8 eingestellt. Bei diesen Daten ist das Foto von 0,577m bis unendlich scharf, wenn ich exakt auf 3,382 Meter fokussieren würde. Wenn ich auf 2 Meter fokussiere, dann würde die Schärfe nicht bis unendlich reich und der Hintergrund würde unscharf. Fokussiere ich auf 4 Meter würde der Schärfentiefebereich etwas kleiner, aber ich bin auf der sicheren Seite, dass der Hintergrund scharf ist.

In der Praxis würde ich mir also ein Objekt suchen, dass ca. 3,5 bis 5 Meter entfernt ist. Ich stelle den geeigneten AF-Einzelfokuspunkt darauf ein und stelle scharf. Viele Profilandschaftsfotografen stellen die Schärfe manuell ein, auch dass ist mit etwas Übung gut möglich.

  • Berechnen Sie den optimalen Fokuspunkt z.B. über eine Hyperfocal App
  • Stellen Sie den AF-Einzelfokuspunkt auf die berechnete Stelle ein
  • Stelle Sie auf den berechnen Abstand scharf oder etwas weiter weg. Stellen Sie nie näher als den berechneten Abstand ein, sonst wird der Hintergrund nicht scharf.
  • Bitte denken Sie daran, dass bei einer Änderung der Blende der Vorgang wiederholt werden muss, insbesondere wenn Sie eine größere Blende (z.B. von f/11 auf f/8) einstellen, da sich damit die Schärfentiefe verkleinert.

 

 

Die richtige Blende

Wie schon oben erwähnt hängt die Schärfentiefe von der Blende ab. Um so kleiner die Blende (klein bedeutet z.B. f/16, f22) um so größer die Schärfentiefe. Viele würden jetzt sagen, dann fotografiere ich einfach mit der kleinsten Blende die Kamera steht ja auf einem Stativ. Für die Schärfentiefe ist das richtig, aber für die gesamte Schärfe des Bildes ist das schlecht. Bei kleinen Blenden entsteht die sogenannte Beugungsunschärfe. Die gesamte Bildschärfe / Auflösung nimmt ab einer bestimmten Blenden ab. Ab welcher Blende die Beugungsunschärfe bei Ihrem Objektiv einsetzt, können Sie den Testergebnissen von Fotomagazinen entnehmen. Normalerweise hat ein Objektiv die maximale Auflösung im Bereich von ca. f4 bis f8. Für die Landschaftsfotografie ist daher ein Blendenwert um f/8 meistens ein guter Kompromiss zwischen Schärfentiefe und Auflösung.

  • Verwenden Sie für Landschaftsaufnahmen eine kurze Brennweite und eine Blende um f/8 um ausreichend Schärfentiefe und eine möglichst hohe Auflösung zu bekommen.

Bei Gegenlichtaufnahme möchte man oft die Sonne als Stern abbilden und nicht als großen hellen Fleck. Dies erreicht man indem man eine kleine Blende einsetzt. Das es durch die Beugungsunschärfe dafür an Schärfe verliert muss man dabei in Kauf nehmen. Das gleiche gilt übrigens für Nachtaufnahmen mit künstlichen punktförmigen Lichtquellen wie z.B. Straßenlampen.

  • Verwenden Sie für Gegenlichtaufnahme eine kleine Blende wie z.B. f/22 um einen Stern bei der Lichtquelle zu bekommen.

 

 

Bei diesem Foto wurde der Fokus bewusst auf die Häuser und Schiffe gelegt, da eine unschärfe im Vordergrund durch die Langzeitbelichtung nicht auffällt. Die Häuser und Schiffe sind daher gestochen scharf.

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Viele Anfänger glauben, dass Ihre nicht ganz so guten Fotos am schlechten Motiv liegen und Sie nur in fernen Ländern tolle Landschaftsaufnahmen machen können. Das ist zum Glück nicht ganz so. Es ist richtig, dass die wenigsten einen tollen Wasserfall oder ähnliches direkt vor der Haustüre haben, aber es gibt mit Sicherheit ausreichend gute Motive, die direkt vor Ihrer Haustüre sind oder in wenigen Kilometern Entfernung.
Was den meisten Anfängern fehlt ist der Blick bzw. die Intuition für ein tolles Motiv. Im Gegensatz zur Bedienung einer Kamera ist der Blick für ein gutes Motiv nicht in wenigen Tagen erlernt.

 

Was macht ein gutes Bild aus?

Um ein tolles Motiv finden zu können muss man erst mal verstehen, was ein gutes Bild ausmacht. Viele sagen, es muss "WAU" machen, können es aber nicht näher beschreiben.

Ein Foto ist zweidimensional, also eine Art Verplattung der dreidiminsionalen Realität. Bei einem guten Foto versucht man dem "Leser" einen dreidimensionalen Eindruck zu vermitteln. Dies kann z.B. durch Linien erfolgen, die zulaufen oder durch nahe und entfernte Objekte. Bei einen guten Foto wird der Leser in das Foto hinein geführt und verweilt dort länger. Wir versuchen den "Leser" also mit dem Foto so lange wie möglich festzuhalten. Dies erreicht mal durch den 3D Eindruck, außergewöhnliche Geometrien und Farben/Kontraste. Auch die Anordnung der Objekte im Bild sind entscheidend wie lange der Leser auf dem Bild verweilt. Man hat herausgefunden, dass bestimmte Anordnungen im Bild als schöner empfunden werden. Weitere Informationen zur Anordnung der Objekte  können Sie meinem Artikel Eine gute Bildkomposition entnehmen.

 

Motive vor der Haustüre

Viele Fotografen sind faul, Sie schauen nur durch die Kamera in Augenhöhe durch drücken ab. Das Sie über den Vordergrund hinweg fotografieren bekommen die meisten Anfänger nicht mit. Sie bekommen deutlich bessere Foto, wenn Sie die Komforzone verlassen und sich mal hinknien  oder sogar hinlegen und den Vordergrund mit aufnehmen.

Hier mal ein Beispiel, wie man aus einem langweiligen Baum etwas mehr herausholen kann...

 

Es wurde für die Aufnahme ein Weitwinkel eingesetzt. Die Kameraposition wurde extrem niedrig gewählt, damit die kleinen Blumen im Vordergrund erscheinen. Der Baum wurde auf die senkrechte nach der Drittelregel positioniert (Zum Einblenden vom Gitter die Maus über Bild bewegen). Durch die Abgrenzung der Wiese zur Hecke ist eine Linie von links unten nach rechts oben entstanden, die den Leser zum Baum hinführt. Der Baum steht übrigens in unserem Garten, also ein Motiv direkt vor Ort.

Motiv im Urlaub

Hier mal ein Beispiel, wie man aus einem leeren Stand die Große und Weite herausholen kann und für Tiefe im Bild sorgt.

Direkt, als ich die Spuren vom Auto im Sand gesehen habe, war mir klar, dass wird ein gutes Foto. Durch die Autospur wird der Leser in das Bild geführt. Die anderen Spuren im Sand unterstützen den Leser die Weite zu erkennen. Den Strandkorb habe ich versucht auf so gut wie möglich auf die rechte senkrechte Linien der Drittelregel zu setzen und den liegenden Baum auf die linke senkrechte Linie. Der Horizont ist dabei auf der obersten horizontalen Linie der Drittelregel.

 

Wie finde ich schöne Motive im Urlaub?

Sie wollen in den Urlaub fahren und tolle Fotos mitbringen?
Auf unserer Erde gibt es nur wenige Orte an denen nicht schon andere Menschen waren und Fotos gemacht haben. Es liegt also nahe sich vor dem Urlaub oder im Urlaub mal anzusehen, wo andere schon waren. Die folgenden Medien sind gut geeignet Orte mit tollen Motiven in Ihrer Urlaubsregion zu finden.

 


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Ich vergleiche das Fotografieren von Landschaften gerne mit dem Angeln. Beim Angeln würden Sie auch nicht erwarten, dass in den ersten 10 Minuten direkt ein dicker Fisch anbeißt. Manchmal geht der Angler auch ohne einen Fisch gefangen zu haben wieder nach Hause. Auch bei einem Profifotografen wird nicht jedes Foto perfekt. Hinter einem perfekten Foto steckt oft viel Arbeit und Zeit. Nehmen Sie sich so viel Zeit wie Sie brauchen um Ihr perfektes Foto zu machen.

 

Tipp für das perfekte Landschaftsfoto

Schalten Sie ab, nehmen Sie sich Zeit und setzen Sie sich nicht unter Druck ein perfektes Foto mit nach Hause zu nehmen. Eine perfekte Landschaftsaufnahme hängt viel von der Lichtstimmung ab und die können Sie nicht beeinflussen. Manchmal muss man für die richtige Lichtstimmung mehrere Stunden warten oder sogar mehrmals zu dem Ort, zu unterschiedlichen Zeiten zurückkommen. Viele Profifotografen kommen mehrere Stunden vor der goldenen oder blauen Stunde zum Fotospot und machen Probeaufnahmen um die beste Bildkomposition zu finden. Zur goldenen oder blauen Stunde kommen Sie dann wieder und machen das Foto.

 

Das perfekte Foto planen

Damit Sie nicht Stundenlang an der Lokation warten müssen, sollten Sie Ihr Foto planen. Es gibt Apps die Ihnen genau angeben, wann die goldene und blaue Stunde an dem Fotospot ist. Gute Apps können Ihnen sogar anzeigen in welcher Richtung die Sonne untergeht. Auch für die Sterne gibt es Apps. Mit einem Wetterbericht und einer Fotoapp sind können Sie schon gut abschätzen, ob es sich lohnt an den Fotospot zu fahren.

 

Wenn Sie nicht wissen, wo es tolle Fotospots gibt, dann Recherchieren Sie vorher im Internet. Es gibt nur sehr wenige Orte an dem noch keine war und ein Foto gemacht hat. Im Urlaub können Sie sich auch von Postkarten inspirieren lassen.


 

Bei dem Sonnenuntergang musste ich länger warten bis die Stand Up Paddler und die Sonne im einer geeigneten Position waren. Hätte ich wenige Minuten früher das Foto gemacht, wären die Paddler nicht im Bild gewesen und wenige Minuten später wäre die Sonne weg gewesen. Mach mal muss das Timeing stimmen.

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